So es war mal wieder soweit. Ich suchte verzweifelt noch einen freien Platz in meinem Bücherregal. Es war das Vierte das nun aus allen Nähten platzte. Mit biegen und brechen bekam ich gerade noch so mein ausgelesenes Buch hinein. Tja es blieb mir wohl nur eines übrig ich brauchte ein Neues. Ich hatte eh schon seit Wochen vorgehabt mal wieder in dieses große Schwedische Möbelhaus zu fahren und jetzt war der perfekte Zeitpunkt dafür. Ich hatte am nächsten Tag frei, dann würde ich wohl ein paar Stunden eher aufstehen und früh los fahren.

 

Am nächsten Morgen erreichte ich dann nach eineinhalb Stündiger fahrt mein Ziel. Schon von der Autobahn aus sah ich das Blau Gelbe Gebäude und die große Reklametafeln. Nachdem ich mir einen Parkplatz nahe des Ausgangs gesichert hatte ging meine Shoppingtour los. Als erstes in die Wohnbereiche und mal schauen welches Bücherregal mir am meisten zusagte.

Da gab es BERGSBO, BILLY, BJÄSTA, JÄDER, BYOM, LEKSVIK, LINNARP, MARKÖR, REXBO und SMADAL. Oh Gott, also nach den Namen zu urteilen will ich keines haben. Denn wer will schon mit einem JÄDER oder BERGSBO zusammen wohnen und denen auch noch seine heiligsten Schätze, nämlich seine Bücher anvertrauen.

 

Nach einigem hin und her entschied ich mich dann für ein MARKÖR Bücherregal in schwarz. Ich schrieb mir die Nummer auf und ging weiter. Mein Weg führte mich nach unten und hier war es für Frauen wirklich gefährlich, zuviel Kleinkram, zu viele Deko Artikel. Ich schnappte mir einen Einkaufwagen und schlenderte durch die verschiedenen Abteilungen. Ich packte viel zu viele Sachen ein, hier Kissen, da Kerzen, dort neue Teller und achja einen Teppich den ich nicht brauchte. Zum Schluss packte ich auf meinen vollgepackten Wagen noch das Bücherregal.

Nachdem ich eine immens hohe Rechnung bezahlt hatte, von der ich mal wieder nicht wusste wie sie zustande kam steuerte ich den Einkaufswagen zu meinem kleinen grünen Opel Corsa. Ich hatte keine Ahnung wie ich das alles in mein Auto bekommen sollte. Naja da waren die Augen mal wieder größer als der Kofferraum. Nachdem ich ungefähr eine halbe Stunde Tetris mit meinen Einkäufen gespielt hatte.

 

Wie sie Wissen nicht was Tetris ist, dann möchte ich es ihnen jetzt kurz erklären.

Tetris ist ein Elektronisches Spiel bei dem man verschiedene Geometrische Formen durch drehen und bewegen so in eine Reihe bringen muss das keine Lücke frei bleibt.

 

Also wie gesagt nachdem dann endlich alles so verstaut war, dass ich weder nach hinten noch zur Seite etwas sah konnte ich endlich nach Hause fahren.

 

Als ich dann endlich zu Hause ankam ging das Auspacken los. Die meisten Sachen hatte ich schnell in meiner Wohnung aber das Bücherregal, da musste ich mir die Hilfe von meinem Nachbarn Daniel holen. Sofort erklärte er sich bereit und half mir MARKÖR nach oben zu tragen. Er wollte mir nun auch noch dabei helfen es aufzubauen und dafür war ich sehr dankbar. Im Flur hatten wir den meisten Platzt und als wir die Verpackung des Regals aufgerissen hatten bekam ich schon die erste Krise. In den Beuteln lagen 40 verschiedene Schrauben und die Bauanleitung war ein reinster Irrgarten.

„Lass uns erstmal die Schrauben zählen und schauen ob alle da sind.“

Die Idee von Daniel war super und nachdem wir alle ausgeschüttet hatten begann ich zu zählen.

„Also ich habe hier 7 von den B Schrauben, 4 i Dübel, 8 K Schrauben, 12 H Schrauben und 9 A Plastikstücke zum halten der Regalböden.“

Daniel schaute auf die Bauanleitung und ich sah ihm an das irgendwas an meiner Aufzählung nicht stimmte.

„Ähh ja, hier stimmt wohl was nicht, die Dübel das passt, die H Schrauben auch aber die A Plastikstücke da fehlen 3 Stück und die B Schrauben die habe ich hier nirgendwo aufgelistet.“

Na klasse da war ja schon mal was nicht so richtig, aber ok, ich wollte dem Regal noch eine zweite Chance geben und mich am Aufbau versuchen. Zu erst legten wir alle Teile mal so auf den Boden das wir grob schon mal erkennen konnten wie das Bücherregal mal aussehen sollte.

„Hier steht, stecken sie Platte Q in die Seiten D und J und befestigen sie die mit den Schrauben H.“

Ich schaute Daniel verdutzt an.

„Was wollen die von uns.“ Ich sah das Fragezeichen über unseren Köpfen und ahnte das, das noch ein langer Tag werden würde.

Wir versuchten mit der Bauanleitung klar zukommen aber immer wieder traten Probleme auf. Die Seite L gab es nicht und ebenso fehlte uns das passende Werkzeug.

„Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh, ich werd verrückt, das packen wir doch nie.“

Daniel grinste mich an.

„Weist du was da hilft, ein Hammer und ein Paar Nägel.“

Verdutz blickte ich ihn an und verstand erst was er wollte als er aus seiner Wohnung wiederkam und seinen Werkzeugkoffer bei sich trug. Kurz kramte er darin rum und legte einige Nägel und einen Hammer raus.

„Du Hältst die Böden und ich hau Nägel in die Seite, das läuft schon.“

Ich nickte nur und tat was Daniel mir sagte. Mit dieser Methode ging es fix und schnell was das Regal zusammen genagelt. Die Bauanleitung landete im Müll und glücklich stellten wir MARKÖR zu den Anderen.

 

Es schien alles zu halten und bald fanden die ersten Bücher wieder darin Platz. Es war klar das es nicht die richtige Methode gewesen war, aber es war einfacher und es störte mich nicht das an einigen Ecken Nägel rausschauten. An ihnen hatte ich inzwischen auch schon einen Kalender und einige Perlenketten aufgehängt, nachdem ich mich mehrmals gestoßen und mir unschöne Kratzer zugezogen hatte.  

Nachdem ich zu meinem Geburtstag und auch zu Weihnachten Unmengen an Büchern bekommen hatte wurde der Platzt irgendwann auch hier knapp.

Ca. ein dreiviertel Jahr nachdem wir das Bücherregal aufgebaut hatten, hatte ich Daniel, meine beste Freundin Marie und noch ein paar Andere Freunde bei mir zum DVD Abend eingeladen. Wir saßen gerade gemütlich zusammen als ein Lautes Poltern und Krachen uns alle Aufschrecken lies. Geschockt gingen wir in mein kleines Büro und sahen das MARKÖR zusammengebrochen auf dem Boden lag. Daniel und ich brachen in lautem Gelächter aus. Irgendein Hacken hatte es ja mit den Nägeln geben müssen. Umtauschen konnte ich das Regal nicht weil es nicht nach Bauanleitung zusammen gebaut war.

80 Euro waren für die Katz und meine Bücher stapelten sich nun kreuz und quer in meinem Büro, tja dieses Problem hatte ich mir wohl selbst geschaffen und ich beschloss mir nie wieder ein Regal in die Wohnung zu holen welches nach einem Schwedischen Ort benannt war.