Ich hatte gerade damit begonnen meinen Kompletten Kleiderschrank auf meinem Bett auszubreiten weil ich noch immer nicht wusste welches Outfit ich an diesem Abend tragen sollten. Daniel wollte mich um halb 8 abholen um mit mir Essen zu gehen.

„Danach vielleicht noch tanzen.“ Hatte er mit einem bezaubernden Lächeln hinzugefügt.

Ich war gerade aus der Dusche gekommen, das Handtuch immer noch um meinen Körper gewickelt und  in mir brannte unablässig die quälende Frage was ich anziehen sollte.

 

Zuerst griff ich nach meiner roten Lieblingsbluse.

„Mhhhhhh mit Rock würde ich darin gut aussehen.“ Ich hatte diesen Gedanken nicht laut ausgesprochen aber das musste ich auch nicht, denn ich wusste gleich würde von diesem kleinen nervigen Plagegeist in meinem Kopf garantiert eine äußerst fiese Beleidigung kommen. In meinen Gedanken gab es eine kleine Stimme die sich einen Spaß draus machte mein Leben zu kommentieren. Die gerne Witze riss und für alles einen blöden Kommentar parat hat. Ich weiß wie verrückt das klingt. Aber ich bin nicht verrückt. Naja zumindestens nicht verrückter als der Rest der Menschheit. Nein, diese kleine Stimme hilft mir nicht durchzudrehen alles was sie sagt und von sich gibt sind Dinge die ich mir nie eingestehen würde geschweige denn auch nur Laut aussprechen würde. Aber nervig ist und bleibt sie trotzdem.

 

Also wo war ich. Achja bei der Kleiderauswahl. Natürlich hatte der kleine Satansbraten in meinem Kopf gleich was an der Roten Bluse auszusetzen.

„Hey Süße, du weißt schon das dich die Bluse fett macht.“

„Aber das ist meine Lieblingsbluse und sie macht mich nicht fett. Sie betont halt nur nicht alles.“

„Du willst doch Daniel aufreisen, antörnen. Da geht die Bluse nun mal gar nicht. Du hast doch das kleine Süße Schwarze.“

„Natürlich das was nicht länger ist als ein Gürtel. Damit kann ich mich gleich an die nächste Straßenlaterne stellen.“

„Wieso kaufst du dir dann so was. Das Teil hat dich Unmengen an Geld gekostet und du hattest es noch nicht einmal an.“

Diese kleine Nervensäge ging mir auf den Keks. Diese Stimme war es damals die mich verleitet hatte dieses Sündhaft teure Nichts zu kaufen. Da hatte ich einmal in meinem Leben auf diese Stimme gehört und nun würde mir das für immer vorgehalten.

Mein Blick wanderte zu meiner Uhr. Halb sieben.

„Du hast nur noch eine Stunde.“

„Ich weiß.“ Ich schrie. Ich schrie da tatsächlich gerade etwas an das gar nicht existieren dürfte. Wenn irgendwer diese Diskussion mit mir Selbst mitbekommen würde, er würde mich garantiert einweisen lassen.

„Hast du jetzt mal konkrete Vorschläge. Ich habe keine Zeit die ganze Nacht mit dir zu Diskutieren entweder gibst du mir jetzt Tipps oder du ziehst Leine.“

„Entweder das Schwarze Kleid oder den Jeans Mini das Violette Top und ein paar Pömps.“

Na halleluja, mein zweites Ich hat wirklich einen sehr außergewöhnlichen Geschmack. Andere haben für solche Stil Verirrungen Freundinnen, ich habe für so was eine sehr nervige Stimme in meinem Kopf.

Ok ich muss mich zusammen reisen, zurück zum wichtigen Teil. Mein Blick viel immer wieder auf dieses kleine schwarze Nichts und obwohl ich mich entschlossen hatte nicht nachzugeben dachte ich mir das anprobieren nicht schaden könnte.

Ich hörte das Jubeln dieses kleinen Aufgeblasenen Etwas da in meinem Kopf. Ich hatte mal wieder nachgegeben und jetzt gerade musste ich zugeben ich sah gar nicht mal so schlecht aus. Na Gut der Freak in mir hatte gewonnen. Ich behielt das kleine Schwarze Cocktail Kleid an und wunderte mich das noch kein weiterer Kommentar gekommen war.

Und erst als Daniel klingelte, ich ihm geöffnet hatte und er mich nur Sprachlos anschaute um dann ein leises WOW herauszukriegen, erst dann meldete sich meine Zweite Stimme wieder.

„Ich hatte Recht, siehst du. Du solltest öfter auf mich hören.“

„Ja, ja , ja.“ Mehr wollte ich nicht denken und nachdem ich spürte wie mir dieses kleine Biest eine Tür in meinem Kopf zuschlug und dahinter trotzdem noch leise kicherte, wusste ich, ich war sie vorerst für diesen Abend los. Aber sie würde wiederkommen, denn sie lies es sich nun mal nicht nehmen mein Leben zu kommentieren und mit mir zu diskutieren.